Das Team von "Natur-Tier-Wir"

 

Benjamin (Ben) Höchst

Ben entdeckte schon früh seine Liebe zu Schafen und der Natur. Mit 14 Jahren kümmerte er sich bereits um seine erste kleine Herde und hat seitdem nicht ein Jahr ohne sie verbracht. Gemeinsam mit ihnen und Martha lebt er in der wunderschönen Kleinstadt Grünberg, Kreis Gießen.

1989 begann er die Ausbildung zum Landschaftsgärtner und bildete sich auch danach in diversen Seminaren fortwährend weiter. Doch er wollte mehr. 2018 begann er mit einer Ausbildung zum Obstbaumpfleger, da schon zuvor sein Interesse an Streuobstwiesen geweckt wurde. An seinen gehegten und gepflegten Obstbäumen wird das neu erworbene Wissen immer direkt angewandt und die Praxistauglichkeit getestet.
Obwohl die Weiterbildung noch nicht abgeschlossen ist, ist die nächste bereits in Planung. Ben möchte nämlich mehr über den Bereich der Streuobstpädagogik erfahren, um sein Wissen anderen noch besser näher bringen zu können. Schon heute hat er Erfahrungen darin, mit Schulklassen Obstbäume zu pflanzen, Blumenwiesen anzulegen, Nistkästen zu bauen und vieles mehr.

Auch für seine Herde, die mittlerweile auch zwei Ziegen beheimatet, eignet er sich stets neues Wissen an. Nach einzelnen Tages- und Wochenendkursen nahm er im Frühjahr 2019 zusammen mit unseren anderen Mitarbeitern erfolgreich am Grundlehrgang Schaf- und Ziegenhaltung im LBZ Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen teil, um sein Wissen zu festigen und zu erweitern. Die nächsten Kurse sind bereits in Planung!

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Martha Bonarius

Martha kommt aus Grünberg und lebt dort zusammen mit Ben und ihren Tieren. Sie wuchs zwar mit Islandpferden auf, entdeckte jedoch schon als Teenager ihre Liebe zu Schafen. Zunächst konnte sie bei mehreren Praktika in Schottland (auf North Ronaldsay, Orkney) und bei Bekannten ihr Wissen über die kleinen Wiederkäuer aufbauen. 2013 folgte dann die erste eigene Herde – die bald darauf mit Bens zusammengelegt wurde.

Nach dem Abitur 2011 folgte sie zunächst einer anderen Leidenschaft und studierte Archäologische Wissenschaften (B. A.) an der Philipps-Universität in Marburg. Bereits in diesem Studium interessierte sie sich besonders für die Anfänge der Landwirtschaft und die Domestikation von Tieren. Nach einem Abschluss 2015 und einigen Berufserfahrungen verspürte sie jedoch den Drang, mehr über Nutztiere und Landwirtschaft zu erfahren. 2016 folgte das Studium der Agrarwissenschaften (B. Sc.) an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Wie Judith schloss auch sie dieses 2019 ab und begann daraufhin ihr Masterstudium der Nutztierwissenschaften (M. Sc.).

Bereits vor dem Agrarstudium absolvierte sie ein Praktikum im Ingenieurbüro Schnittstelle Boden und konnte so erste Eindrücke im Bereich Grundwasserschutz, bedarfsgerechte Düngung und weiteren Themen sammeln. Diese wurden durch Hilfskrafttätigkeiten während des Studiums erweitert. Das Wissen über Nutztiere wurde neben dem Studium in mehreren Fortbildungen gefestigt.

Thema der Bachelorthesis (B. Sc.): „Auswirkungen des Schwanzkupierens auf die täglichen Zunahmen beim Lamm unter Berücksichtigung des Tierwohlaspekts“

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Judith Ziemek

Judith kommt aus Biebertal, ist dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ihr Abitur hat sie 2011 in Gießen gemacht. Danach zog es sie zuerst in den medizinischen Bereich. Beim DRK Mittelhessen absolvierte sie zunächst ein freiwilliges soziales Jahr im Rettungsdienst. Weil ihr die Arbeit dort Spaß machte, hängte sie die Ausbildung zur Rettungsassistentin dran und arbeitete danach zwei Jahre hauptberuflich weiter.

2016 kam dann jedoch der Umschwung. Denn mit den ersten eigenen Ziegen kam das Interesse an der Landwirtschaft und sie begann an der Justus-Liebig-Universität Gießen Agrarwissenschaften (B. Sc.) zu studieren, wo sie Martha kennenlernte. Den Bachelorabschluss erlangte sie 2019. Seitdem studiert sie Nutztierwissenschaften (M. Sc.), ebenfalls an der JLU.

Neben dem Studium ist sie außerdem als freie Mitarbeiterin für die Naturschutz-Akademie Hessen tätig. Dort organisiert und leitet sie verschiedene Veranstaltungen rund um Natur- und Umweltpädagogik. Neben pädagogischen Themen hat Judith großes Interesse an Bienen und anderen Nützlingen und gibt ihr Wissen und ihre Begeisterung gerne an andere Interessierte – egal ob Groß oder Klein – weiter.

Neben dem Studium bildet Judith sich auch privat fort und nahm beispielsweise zusammen mit den anderen Teammitgliedern am Grundlehrgang Schaf- und Ziegenhaltung im LBZ Echem teil.

Thema der Bachelorthesis (B. Sc.): „Functional analysis of the white gene in Drosophila suzukii”

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Die Ziegen

Die Ziegen gehören fast alle Judith. Die erste Ziege bekam sie 2014 zum Geburtstag geschenkt (lieber nicht nachmachen!). Was eigentlich als kleiner Spaß anfing, wurde schnell zur Leidenschaft. Wenig verwunderlich also, dass aus einer Ziege mittlerweile eine kleine Herde mit zehn Tieren gewachsen ist.

Die Herde besteht hauptsächlich aus Thüringer Waldziegen, aber auch Kreuzungstiere aus Thüringer Waldziege und Tauernschecke sind dabei. Wie beinahe alle Ziegen sind sie sehr neugierig und erkunden Neues und Unbekanntes akribisch. Wenn dabei was zu Bruch geht, ignorieren sie das in der Regel geflissentlich. Man sollte sich also gut überlegen, was man ihnen hinstellt…

Sie leben derzeit ganzjährig draußen in Weidehaltung und haben lediglich einen beweglichen Unterstand. Besonders die Thüringer Waldziegen sind sehr robust. Das kommt ihnen bei dieser Haltungsform entgegen. Da einige der Ziegen als Flaschenlämmer aufgezogen worden sind, sind sie an den Umgang mit Menschen gewöhnt. Gerade die beiden Altböcke Bernhard und Bilbo sind oft auf „Kuschelkurs“ und Neuem gegenüber aufgeschlossen.
Daraus entwickelte sich schnell die Idee, mit ihnen richtig zu arbeiten. Seitdem sind die beiden unsere Kollegen und die alten Hasen beim „Wir“. Sie unterstützen uns bei der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen. Sie waren schon im Einsatz bei Ferienspielen und bei der Arbeit mit Inklusionsgruppen.

Die Tiere ermöglichen es uns, allen Altersklassen einen spielerischen und greifbaren Zugang zu Natur und Umwelt sowie alle damit verbundenen komplexeren Themen zu bieten.

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Die Schafe

Die Herde von Martha und Ben setzt sich aus den unterschiedlichsten Rassen zusammen. Neben Soays, Ungarischen Zackelschafen und einigen Kreuzungen sind auch Klaus und Claus fester Bestandteil der kleinen Herde. Diese soll bald um einige Krainer Steinschafe erweitert werden, welche eine alte slowenische Milchschafrasse ist und zu den gefährdeten Haustierrassen gehört.

2015 wurden Ben und Martha gefragt, ob sie nicht noch zwei Flaschenlämmer in ihre Herde aufnehmen könnten. Da niemand wusste, wo die beiden sonst unterkommen könnten, wurden sie kurzerhand in die Herde integriert. Anfangs skeptisch ob der zwei großrahmigen Neuzugänge merkten Ben und Martha schnell, welches Potential unter der dicken Wolle steckte.
Obwohl sie zwischen den ansonsten kleinrahmigen Schafen sehr auffallen, haben sie sich inzwischen gut eingelebt und dabei ihre enge Beziehung zu den Menschen und ihr Interesse an für Schafe normalerweise „gruseligen“ Dingen nicht verloren. Claus ist ein Ostfriesisches Milchschaf und äußerst verschmust. Er genießt die Zuneigung und Streicheleinheiten und fasst auch zu fremden Menschen schnell vertrauen. Sein Ziehbruder Klaus, anscheinend eine Shropshire-Kreuzung, ist ebenfalls extrem zutraulich und lässt sogar Kleinkinder (natürlich nur die ganz Kleinen) auf sich reiten.

Auch umringt von Kindergartengruppen und Schulklassen bleiben die beiden ruhig und freuen sich über die Aufmerksamkeit und Leckerlies.

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